Berliner Immobilienmarkt: 40 % mehr Neubauten als 2012.

Im Zuge des Immobilienbooms entstehen in Berlin verstärkt Neubauten. Die Bezirke in West-Berlin erleben dabei ein Comeback. Die Preise steigen.

Investoren planen und errichten derzeit in Berlin deutlich mehr Neubauten. Das Amt für Statistik teilte mit, dass in diesem Jahr die Behörden 40 Prozent mehr Neubauwohnungen Berlin als im selben Zeitraum des Vorjahres genehmigt haben.

Seit der Wende entstanden vor allem in den Ostbezirken der Stadt neue Bauten. Doch in der letzten Zeit rückt zunehmend auch der Westen mit seinen traditionell vom Wohnen geprägten Quartieren in den Mittelpunkt des Interesses der Investoren und Anleger. Bei den Lagen ist das Zugpferd wieder der Kurfürstendamm mit seinen Seitenstrassen. In Charlottenburg sind ebenso die bekannten Stadtplätze - Savignyplatz, Fasanenplatz, Ludwigkirchplatz oder Meyerinckplatz sehr beliebt. Schöneberg ist mit seinen vielen repräsentativen Altbauten traditionell eine bevorzugte Wohngegend für eine bürgerliche Klientel. Die Potsdamer Straße erlebt eine Renaissance und ist wieder Berlins Hotspot für internationale Kunstgalerien, Design- und Modefirmen.

Zurück nach West-Berlin

Investoren haben seit 2009 damit begonnen, verstärkt neue Wohnbauten auch in den Westbezirken zu planen. Viele der Vorhaben sind bereits umgesetzt und erfolgreich vermarktet. Aufschluss über den aktuellen Stand der West-Neubauten gibt die Studie "Neubau-ETW-Projekte in den westlichen Innenstadtbezirken von Berlin 2013" von BulgwienGesa. Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen hat 34 Neubau-Projekte mit rund 1350 Wohneinheiten erfasst und analysiert. Die Autoren der Marktstudie ermitteln bei den Wohnungen einen durchschnittlichen Kaufpreis von rund 4.300 Euro/ qm. Im Stadtteil Charlottenburg erzielen Verkäufer mit 4.730 Euro/qm die höchsten Quadratmeterpreise. Der Stadtteil Kreuzberg weist dagegen mit durchschnittlich 3.280 Euro/qm den niedrigsten Quadratmeterpreis bei Neubau-Eigentumswohnungen auf. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kaufpreise um durchschnittlich 10,3 Prozent angestiegen. Die höchsten Zuwächse gab es in Charlottenburg (+15,3%) und Wilmersdorf (+9,7 %).

Grundstückspreise uneinheitlich

Die Entwicklung der Preise bei den für den Neubau zur Verfügung gestellten Grundstückflächen sehen Experten als uneinheitlich an. Das Unternehmen TLG Immobilien stellt in seinem Report "Immobilienmärkte Berlin und Ostdeutschland 2013“ fest: "Während im Ostteil der Stadt die Preise für Flächen in einfachen und mittleren Lagen stiegen, war dies im Westteil nur für die guten und sehr guten Lagen der Fall". Grundstücke in guter bis sehr guter Lage im Westteil Berlins kosteten nach Aussage von TLG Immobilien 1.000 Euro pro Quadratmeter.

Weiterhin steigender Neubau-Bedarf

Trotz der deutlicher Wiederbelebung ist die Nachfrage nach neuem Wohnraum weiter größer als das Angebot. "Im Jahr 2012 wurden lediglich 5.400 neue Wohnungen fertig gestellt und 9.900 zum Bau genehmigt. Benötigt werden jedoch jährlich rund 12.000 Wohnungen, um den steigenden Bedarf zu decken", so die TLG Immobilien. Die Experten sehen dabei insbesondere Bedarf bei kleinen und günstigen Wohnungen.

Published at: